Konzept vs. Individualität – Was ich dir für dein Führungskräfte-Coaching-Programm empfehle

von | Apr. 17, 2021 | Blog

„Jasmin, ich möchte ein Konzept für mein Führungskräfte-Coaching-Programm erstellen. Ich bin mir aber unsicher, wie viel Konzeption und wie viel Individualität notwendig ist.“ Diese Frage erreichte mich vor Kurzem über Instagram. Da ich weiß, dass sich einige mit dieser Frage beschäftigen, möchte ich die Antwort in diesem Blog-Beitrag geben.

Schauen wir uns in diesem Artikel also an, wann ich dir die Ausarbeitung eines Konzepts für dein Führungskräfte-Coaching-Programm empfehle, welche Vorteile darin liegen und wie du dennoch Raum für Individualität findest.

Wann empfehle ich dir die Ausarbeitung eines Konzepts für dein Führungskräfte-Coaching-Programm?

Ich empfehle dir, ein Konzept für dein Führungskräfte-Coaching-Programm zu erstellen, wenn du

  • dich ganz klar für eine Zielgruppe und ein Thema positionieren möchtest.
  • deine Coachees durch eine definierte Veränderung vom Status Quo hin zu ihrem Wunschzustand, also durch eine Transformation, begleiten möchtest.
  • erkannt hast, wie du bei bestimmten Schmerzpunkten helfen kannst und die Weiterentwicklung deiner Klient*innen immer wieder mit ähnlichen Schritten abläuft.

Dafür ist es natürlich notwendig, dass du deine Zielgruppe mit ihren Bedürfnissen sehr gut verstanden hast und dein Konzept darauf aufbaust. Die Vorteile dieses Vorgehens möchte ich dir im nächsten Abschnitt zeigen.

Was sind die Vorteile eines Konzepts für dein Führungskräfte-Coaching-Programm?

Es gibt einige Gründe, warum es sich lohnt, ein Konzept für das eigene Führungskräfte-Coaching-Programm zu erstellen. Die wichtigsten Punkte sind diese:

  • Bei der Konzepterstellung beschäftigst du dich intensiv mit dir selbst, deiner Zielgruppe und dem Kernthema, das du anbietest. Das bedeutet, dass dein Führungskräfte-Coaching-Programm dadurch natürlich sehr gut vorbereitet und sehr fundiert ist. Das hilft dir selbstsicher und mit einem guten Gefühl loszugehen und Kund*innen zu gewinnen.
  • Ein wichtiger Punkt in einem Konzept ist der rote Faden, der sich durchziehen sollte. Du entwickelst also verschiedene Schritte oder Bausteine, die aufeinander aufbauen. Ziel ist es, dass du ein lösungsorientiertes Konzept erstellst, von dem du weißt, dass es deine Coachees zum Ziel bringt.
  • Idealerweise entwickelst du sogar dein eigenes individuelles und einzigartiges System, mit dem du dich von anderen Coaches und Anbieter*innen abhebst. Dein Konzept ist also Teil deiner Positionierung. Denn dieses Konzept gibt es so nur bei dir.
  • Du holst deine Zielgruppe dort ab, wo sie steht – kommunikativ und inhaltlich. Deine Zielgruppe spürt, dass du ihre Bedürfnisse und Schmerzpunkte verstanden hast. Dadurch wirst du für dein Thema und dein Programm als Expert*in wahrgenommen.
  • Ein Konzept für dein eigenes Führungskräfte-Coaching-Programm hilft dir bei deinem Marketing, also der klaren Zielgruppenansprache. Du kannst ganz genau nach außen kommunizieren, für wen sich dein Programm eignet, für wen nicht, was du leisten kannst und was nicht.

Wo bleibt hier Raum für Individualität?

Und jetzt kommen wir zur eigentlichen Frage. Wo bleibt denn hier Raum für Individualität?

Als ehemalige Lehramtsstudentin möchte ich hier auf das Vorgehen einer*s Lehrer*in verweisen. Hier gibt es einen Lehrplan, in dem die übergeordneten Ziele und Themen des Schuljahrs definiert sind. Davon abgeleitet wird eine Grobplanung für einen größeren Zeitraum erstellt, dann eine Feinplanung für eine Sequenz von Unterrichtseinheiten und anschließend die Planung der einzelnen Unterrichtsstunde.

Dennoch ist es dann natürlich wichtig, im Unterricht situativ zu reagieren. So kann es sein, dass gerade Störungen Vorrang haben, dass die Schüler*innen müde sind oder etwas noch nicht verstanden haben. Was wird die Lehrkraft tun? Sie wird darauf reagieren und ihre Planung an diesem Tag etwas lockerer oder gar nicht umsetzen. Dennoch bleiben natürlich der übergreifende Plan und die Zieldefinition bestehen und werden dann weiter verfolgt, wenn auch vielleicht in leicht abgewandelter Form.

Wenn du mit Menschen arbeitest, kann es immer sein, dass Dinge anders laufen als geplant. Hier gilt es dann zu improvisieren, auf die Intuition zu vertrauen – und auch das gehört zu einem guten Coaching dazu. So kann ein Einzelcoaching bei mir auch mal eine unerwartete Wendung nehmen oder ich merke in einem Gruppencoaching, dass die Teilnehmer*innen vielleicht etwas anderes brauchen und passe mein Programmkonzept dann für diese Gruppe noch etwas an.

Dennoch überwiegen meiner Meinung nach die Vorteile eines Konzepts für das eigene Führungskräfte-Coaching-Programm. Denn damit schaffst du dir eine fundierte Basis, die dir Sicherheit und Klarheit gibt, um als Führungskräfte-Coach durchzustarten.

Aus diesem Grund werden wir uns in der Ausbildung zum Führungskräfte-Coach auch darauf fokussieren, dass du mit einem Führungskräfte-Coaching-Programm rausgehst, das du selbstsicher nach außen kommunizieren kannst. Und das Wichtigste ist natürlich, dass du damit auch die Kund*innen gewinnst, die du dir wünschst und die zu dir passen. In dieser Video-Fallstudie erzähle ich mehr über die Zusammenarbeit mit mir.

Weitere interessante Themen
für dich!

Jasmin Schweiger schreibt zum Thema New Work.

Was ist eigentlich New Work?

Vielleicht hast du den Begriff ‚New Work‘ schon einmal gehört. Und vielleicht fragst du dich auch, was dahintersteckt. Aus diesem Grund möchte ich...

Beziehungen & Führung – Interview mit Yasemin Noll und Antje Steenbeck

Für diese Folge habe ich Yasemin Noll und Antje Steenbeck interviewt.Yasemin ist Systemische Supervision, Coach sowie Familientherapeutin. Antje ist...
Negative Nebenwirkungen von Coaching - 7 Tipps, wie du im Führungskräfte-Coaching damit umgehen kannst

Negative Nebenwirkungen von Coaching – 7 Tipps, wie du im Führungskräfte-Coaching damit umgehen kannst

In dieser Folge beschäftigen wir uns mit den negativen Nebenwirkungen von Coaching. Vielleicht denkst du dir, davon habe ich ja noch nie gehört!...
Jasmin Schweiger ist Expertin für das Coaching von Führungskräften.

Wie coache ich Führungskräfte, die nicht gecoacht werden wollen?

Da ist sie - die Frage, die mich so oft erreicht. Und was ist die Antwort? Wenn du dir jetzt den ultimativen Super-Guru-Trick erhoffst, muss ich...
Was ist wissenschaftlich fundiertes Führungskräfte-Coaching?

# REPOST – Was ist wissenschaftlich fundiertes Führungskräfte-Coaching?

Wissenschaftlich fundiertes Führungskräfte-Coaching - darum soll es heute gehen. Wenn du mit Menschen arbeitest, egal ob als Coach, Trainer:in oder...
Einblicke in das Strategic-Partner-Mentoring

Einblicke in das Strategic-Partner-Mentoring

Die Entscheidung, mit jemandem im 1:1 zusammenzuarbeiten, ist vor allem eine Vertrauensfrage. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aus diesem Grund...

PERMA-Lead: Positive Führung für erfolgreiche Teams

Positive Führung ist eine Führungsphilosophie, die auf dem Gedanken basiert, dass erfolgreiche Teams und Unternehmen durch die Förderung von...
Jasmin Schweiger hat Melanie Hörenz-Pissang zu Leadership Coaching im Non-Profit-Bereich interviewt.

Leadership Coaching im Non-Profit-Bereich – Interview mit Melanie Hörenz-Pissang, Coach und Sozialmanagerin

Führung im Non-Profit-Bereich unterscheidet sich in vielen Punkten von Führung im Profit-Bereich. Das bedeutet logischerweise auch, dass sich auch...
Auch die 1:1-Begleitung durch Jasmin Schweiger findet virtuell und somit örtlich vollkommen flexibel statt.

Meine Anfänge als Führungskräfte-Coach

Manchmal kann man ja, wenn man Texte von Coaches und Trainer*innen liest, denken, dass diese mit all ihrer Weisheit schon so auf die Welt gekommen...

Transferstarke Führungslehrgänge designen

Das Schwierigste an der Führungskräfte-Entwicklung ist der Transfer in den Führungsalltag. So werden Seminartage für Führungskräfte oftmals mit...