Führung startet bei dir

von | Aug. 21, 2020 | Blog

Eine Frage, die mich zum Thema ‚Einstieg in die Führungsrolle‘ schon oft erreicht hat, war Folgende: Muss ich mich verändern, wenn ich Führungskraft bin? Dem zu Grunde liegt die Annahme, dass ich so, wie ich aktuell bin, nicht in Ordnung bin und mich erst einer magischen Transformation unterziehen muss, bevor ich in Führung gehen kann. Das ist aber nicht der Fall. Ja, der Weg als Führungskraft ist auch Persönlichkeitsentwicklung. Aber es ist nicht korrekt, dass du ein vollkommen neuer Mensch werden musst. Ich habe drei Punkte für dich gesammelt, an denen ich dir genauer erläutern möchte, was ich damit meine.

1. Es kann leicht sein, leicht zu führen.

Was meine ich damit? Leichte Führung ist für mich eine Führung, die Team und Führungskraft gleichermaßen motiviert. Wäre es nicht schön, wenn alle Teammitglieder am Montag voller Freude in die Arbeit gehen? Wenn sie sich darauf freuen, an ihren Projekten weiterzuarbeiten, sich mit den Kolleg*innen auszutauschen und an etwas Sinnvollem mitzuwirken. Darauf hat die Führungskraft einen ganz starken Einfluss. Und du kannst diese Leichtigkeit in dein Team bringen, wenn du dir die richtigen Fragen stellst. Drei beispielhafte Fragen habe ich dir mitgebracht:

  • Was ist der Sinn deiner Arbeit? Und was ist der Sinn der Arbeit des Teams?
  • Was braucht mein Team, um motiviert arbeiten zu können?
  • Welche kleinen Schritte auf dem Weg zu leichter Arbeit im Team könnt ihr gemeinsam morgen schon umsetzen?

Arbeitsglück hat ganz viel mit psychologischen Prozessen zu tun. Es geht darum, welchen Sinn ich in meiner Arbeit sehe. Es geht auch darum, dass ich mich selbst als wirksam wahrnehme, in dem was ich tue. Damit meine ich, dass du siehst, dass die Handlungen, die du vornimmst, auch erfolgreich sind. Und dafür ist es ein erster Schritt, in Aktion zu gehen. Verlasse die Opferrolle und komme ins Tun. Das soll kein blinder Aktionismus sein, sondern ein überlegtes Fokussieren auf wichtige Punkte, die euch als Team weiterbringen. (Lies dazu auch gerne meinen Blog-Artikel „Behalte den Fokus – Du musst nicht noch mehr arbeiten“.) Male dir also eine Zukunft aus, in der du als Führungskraft leicht und voller Freude führst, und dann gehe Schritt für Schritt den Weg dorthin. Wie fühlt es sich an, wenn du den Sinn deiner Arbeit spürst? Wie geht es deinem Team, wenn es motiviert arbeiten kann? Wie werdet ihr euch fühlen, wenn ihr die ersten kleinen Schritte dorthin umgesetzt habt? Nutze die Macht der positiven Psychologie für Leichtigkeit im Arbeiten und Führen.

2. Bleibe authentisch.

Stelle dir hierzu die Frage: Wie ist die Führungskraft, die du immer haben wolltest? Ist diese distanziert? Verstellt sie sich, sobald sie das Firmengelände betritt? Merkt man ihr an, dass sie sich nicht wohlfühlt? Ich glaube, dass das nicht der Fall sein wird. Ich könnte mir vorstellen, dass die Führungskraft, die du immer haben wolltest, authentisch, begeistert von ihrer Tätigkeit, offen für das Team und motiviert ist.

Ist die Führungskraft, die du immer haben wolltest, im Dauerstrahlemodus? Wahrscheinlich auch nicht. Die Führungskraft, die du immer haben wolltest, wird sicherlich auch mal zugeben, wenn etwas nicht geklappt hat, wird mit dem Team gemeinsam aus Fehlern lernen und dazu offen stehen.

Ist jede Führungskraft eine extrovertierte Rampensau? Sicherlich nicht. Muss sie das sein? Ich glaube nicht. Es geht darum, die Person, die du bist, auch weiterhin zu sein und mit deinem Team gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Natürlich wird es nicht immer zu 100% einfach sein, aber so ist das Leben nie. Zeige dich also, so wie du bist und bleibe authentisch dabei.

Nutze also gerne meine Frage als Gedankenanstoß und notiere dir dazu deine Gedanken: Wie ist die Führungskraft, die du immer haben wolltest?

3. Setze auf Selbstreflexion.

Zu guter Letzt möchte ich dir noch einen dritten Punkt mit auf den Weg geben. Natürlich ist es wichtig, dass du dich als Führungskraft weiterbildest und weiterentwickelst. Aber du musst nicht deine Persönlichkeit grundsätzlich ändern. Es geht mehr darum, selbstreflektiert zu sein, offen auf Veränderungen und andere Meinungen zu reagieren und den Blick über den Tellerrand zu wagen. Lebenslanges Lernen ist heutzutage ein absolutes Must-have und hat mit Führung an sich nichts zu tun. Auch als Expertin hast du dich stetig weitergebildet und weiterentwickelt.

Führung ist zusätzlich noch Persönlichkeitsentwicklung. Die bekommst die tolle Chance, dich als Person weiterzuentwickeln und zu wachsen. Setze dabei vor allem auf Selbstreflexion. Dazu kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Was läuft gut?
  • Wo möchtest du noch etwas verändern?
  • Welche Unterstützung brauchst du, um etwas zu verändern?

Mein Tipp aus eigener Erfahrung ist, dich dabei auch immer wieder mit einem/r Sparringspartner*in zu treffen. Das könnte zum Beispiel ein Coach oder ein/e Mentor*in sein. Der Blick von außen kann dich noch einmal auf neue und tolle Ideen bringen, an die du vorher nicht gedacht hast.

Zusammenfassend möchte ich dir also mitgeben, dass du keine Angst vor der Führung zu haben brauchst. Mit meinem Titel „Führung startet bei dir“ möchte ich ausdrücken, dass du dich nicht zu sehr extern orientierst, sondern deine Führung von dir selbst, also von innen heraus, aufbaust.

Wenn du Führungskraft bist und Begleitung durch einen Coach suchst, schreibe mir an kontakt@jasmin-schweiger.de und wir sprechen, wie ich dich unterstützen kann.

Weitere interessante Themen
für dich!

Alle Infos zur Ausbildung zum Führungskräfte-Coach - Start Mai 2023

Alle Infos zur Ausbildung zum Führungskräfte-Coach – Start Mai 2023

Wenn du dich für die Ausbildung zum Führungskräfte-Coach interessierst, dann hast du vielleicht schon mitbekommen, dass die neue Teilnehmergruppe ab...
Warum ist Führungskräfte-Coaching gerade jetzt so relevant wie nie

Warum ist Führungskräfte-Coaching gerade jetzt so relevant wie nie?

Heute startet die Themenwoche "Führungskräfte-Coach werden". In dieser ersten Folge möchte ich mich mit dir der Frage widmen, warum...
Wann macht eine Ausbildung zum Führungskräfte-Coach Sinn

Wann macht eine Ausbildung zum Führungskräfte-Coach Sinn?

In dieser Folge möchte ich mit dir die Frage klären, wann eine Ausbildung zum Führungskräfte-Coach Sinn macht. Ausbildung zum Führungskräfte-Coach...

Wie Birgit ein lösungsorientiertes Konzept und Selbstsicherheit als Führungskräfte-Coach entwickelte

Bist du Coach und möchtest nun endlich als Führungskräfte-Coach durchstarten? Fragst du dich, wie du dich als Expert*in für Führungskräfte-Coaching...
Der Einsatz von Instrumenten der Persönlichkeitsdiagnostik im Führungskräfte-Coaching - Interview mit Dr. Ronald Franke

Der Einsatz von Instrumenten der Persönlichkeitsdiagnostik im Führungskräfte-Coaching – Interview mit Dr. Ronald Franke

Heute habe ich Dr. Ronald Franke bei mir zu Gast und wir sprechen über Persönlichkeitstests und deren Einsatz im Führungskräfte-Coaching. Dr. Franke...
Wie arbeitet ein professioneller Führungskräfte-Coach

Wie arbeitet ein professioneller Führungskräfte-Coach?

Im zweiten Teil der Themenwoche widme ich mich der Frage: Wie arbeitet ein professioneller Führungskräfte-Coach? Bevor ich in dieses Thema...

So sehen die Deutschen die Zukunft – Psychologische Grundlagenstudie

Führung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist immer in einen sozialen Kontext eingebettet. In diesem Artikel zoomen wir mal aus der...
Die Ausbildung zum Führungskräfte-Coach 2024

Die Ausbildung zum Führungskräfte-Coach 2024

Heute gibt es mehr Hintergrundinformationen zur Ausbildung zum Führungskräfte-Coach 2024. Die Ausbildung startet in diesem Jahr im Mai und du kannst...

Der Einsatz von diagnostischen Testverfahren in der Führungskräfte-Entwicklung

Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit mit Führungskräften ist der Einsatz von wissenschaftlich fundierten Testverfahren zur Diagnostik...

Warum viele Führungskräfte-Coachings scheitern

Vor einiger Zeit habe ich zum Thema "Warum viele Führungskräfte-Coachings scheitern" ein Videotraining aufgenommen. In diesem Videotraining erkläre...