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Die Art der Führung hat einen großen Einfluss auf ein Unternehmen. Die Führung ist für Organisationen ein Erfolgsfaktor, der nicht zu vernachlässigen ist. Doch was verstehst du unter guter Führung? Hier sind die Ansichten breit gefächert. Aus diesem Grund ist es so spannend, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten – perfekte Voraussetzungen für einen Community-Blogartikel.

Was ist für mich persönlich gute Führung?

Gute Führung startet bei uns selbst, denn erst wenn ich mich führen kann, kann ich auch andere führen. Mir ist in meinen Führungsprogrammen wichtig, beim Mindset zu starten. Erst auf einem starken Leadership Mindset können gute Teamführung und gute Organisationsführung aufbauen. Und so ist Selbstführung die erste Aufgabe, um als Führungskraft erfolgreich zu sein.

Doch wie definiert sich Führungserfolg?

Führungserfolg bezieht sich auf drei Ebenen:

  • auf den Organisationserfolg, der sich zunächst mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen erfassen lässt.
  • auf effektive Prozesse, sinnvolle Entscheidungen und das Finden von guten Problemlösungen.
  • und auf Erfolg in Bezug auf die Führung der Mitarbeiter*innen, der sich als Mitarbeiterengagement, -motivation und -zufriedenheit beschreiben lässt und sich in guter Leistung äußert.

Gute Führung ist für mich also vielschichtig. Und diese Komplexität erhöht sich dadurch, dass jede*r etwas anderes von einer Führungskraft erwartet.

Was das sein kann, lesen wir jetzt in den folgenden tollen Beiträgen. Danke an alle, die mitgemacht haben, dieses Thema aus so unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

„Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“ 

Sehr treffend hat Laotse m.E eines der wichtigsten Themenfelder in Bezug auf Führung beschrieben: Verantwortung.

So hat beispielsweise ein neuer Teamlead zunächst einmal die Verantwortung bei einer Übernahme von Führung, das System kennenzulernen, in das er/sie eingetreten ist. Basis guter Team- und Führungsarbeit besteht im Aufbau von Vertrauen.

In der heutigen schnelllebigen Welt ist es nicht immer leicht, sich Zeit zu nehmen für diese essentiellen Dinge. Ein gutes Erwartungsmanagement zu Beginn der Übernahme der Führungsaufgabe bildet jedoch das Fundament für die Zusammenarbeit im Team. Gemeinsame Zielsetzung und auch Klärung der Rahmenbedingungen bieten allen Teammitgliedern die Möglichkeit Fokus zu kreieren. Doch wie schafft man es nach diesen ersten Startpunkten am Ball zu bleiben?

Gute Führungskräfte zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich bewusst Zeit nehmen für ihre Teammitglieder und iterativ immer wieder kalibrieren: Sind wir auf einem guten Weg oder müssen wir nachschärfen?

Es lohnt sich in solchen Situationen den Teammitgliedern zuzuhören und wertschätzend in Diskussionen zu gehen.

Dabei ist vor allem die Rolle der Führungskraft als Coach ausschlaggebend. Kann er/sie diese Prozesse begleiten und auch Anerkennung geben? Oder versucht er/sie nur mit engen Vorgaben einen nicht passenden Rahmen überzustülpen?

Eine gute Führungskraft ermutigt daher das Team und auch sich selbst zu stetigem Lernen und Weiterentwicklung. Nach guten Leistungen dann gemeinsam Erfolge zu feiern, ist ebenso wichtig. Und sicherlich gibt eine Brise Humor dem Ganzen den letzten Schliff, denn: „Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune“ Charles Dickens

Antje Koch, Talent Specialist und Business Coach

Für mich macht gute Führung vor allem die richtige Balance zwischen Vertrauen & Anleitung aus. Ein guter Chef, ein guter Anführer, vertraut mir, meine Aufgaben richtig und gut zu machen, gibt mir Vertrauen in meine Arbeit und mich selbst, aber ist gleichzeitig da, um Fragen zu beantworten und mich anzuleiten, wenn ich es brauche. Die richtige Balance zu finden, ist nicht immer einfach – zu fördern und zu fordern, ohne zu übertreiben, Freiheiten zu geben ohne dass es in „Wurschtigkeit“ ausartet, Anzuleiten und Guidance zu geben ohne zu micromanagen.

Das mag ein hoher Anspruch sein. Aber ist es nicht auch gerechtfertigt, einen hohen Anspruch an jene Menschen zu stellen, denen wir uns anvertrauen, für die wir arbeiten und denen wir zu einem guten Teil unsere persönliche und professionelle Weiterentwicklung anvertrauen? Wir geben einen großen Teil unseres Lebens an unser Unternehmen und unsere Chef*innen, Teamleiter*innen, und Führungskräfte und diese erwarten von uns hohe Qualität in unserer Arbeit – da ist es unser gutes Recht auch umgekehrt diese hohen Ansprüche zu stellen.

Viktoria Undesser, Herizon Founder und Strategy & Transaction Consultant, www.herizoncollective.com

Für mich ist gute Führung das Zusammenspiel aus Impulsen und Reaktionen, Wohlwollen, Kommunikation, Klarheit, Neugierde, Vertrauen, Feedbackkultur, Fehlertoleranz, Verantwortung, Balance, Improvisation und natürlich der fachlichen Kompetenz.

Ich möchte hier den Fokus auf das Zwischenmenschliche legen.

Ich sehe Führung als Kunst, Mitarbeiter*innen klare Zielvorgaben zu kommunizieren und gleichzeitig einen Rahmen zu bieten, in dem sie ausreichend Zeit, Entwicklungsspielräume und Entscheidungsfreiräume haben, um diese zu realisieren. Auf diese Weise ermutigen Führungskräfte ihre Mitarbeiter*innen Verantwortung zu übernehmen, Standpunkte zu entdecken, Perspektiven zu entwickeln und die geeignete Lösung zu finden.

Dabei geht es nicht um eine punktuelle Interaktion oder etwas, das „nebenbei“ erledigt werden kann. Nachhaltige Führung ist vielmehr ein kontinuierlicher Begleitprozess, in dem Führungskräfte im ständigen Kontakt mit ihren Mitarbeiter*innen stehen – sie motivieren, fördern und befähigen.

Gute Führungskräfte sind offen für Feedback, hören aktiv zu und stellen Fragen, um ihre Mitarbeiter*innen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Hierbei dreht sich natürlich alles um Kommunikation: klar – angstfrei – transparent – auf Augenhöhe. Das bedeutet, dass alles, was die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte beschäftigt offen angesprochen werden darf, ohne negative Konsequenzen hierfür zu befürchten. Diese Art der Kommunikation in Kombination mit einer wohlwollenden Haltung bilden meines Erachtens die Basis für eine vertrauensvolle Beziehung.

In meinen Augen ist es der größte Erfolg, wenn Führungskräfte ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem ihre Mitarbeiter*innen mit einem Lächeln im Gesicht zur Arbeit kommen.

Juliane Naumann, Systemischer Business Coach und Trainerin für Führung und Resilienz, https://juliane-naumann.com/

Gute Führung beginnt mit viel Empathie, großem Zuhörvermögen und mit individueller Betrachtung jedes einzelnen Mitarbeiters auf der einen Seite und mit einer klaren Vision über die wirtschaftliche Weiterentwicklung der geführten Einheit und ihrer Produkte auf der anderen Seite. Ein guter Chef agiert vorbildlich, in dem Sinne, dass die Taten den Worten folgen. Bei der Führung geht es nicht darum, dass die Führungsperson schöne Autos zeigt oder schöne Kleidung trägt, sondern darum, dass die Person eine schöne und starke Persönlichkeit nach Außen ausstrahlt.

Am besten würde mir gefallen, wenn Chef*innen als Coaches handeln würden und dabei Perspektivenwechsel und Freiräume für die Findung und Umsetzung der neuen Ideen ermöglichen würden. Um Zufriedenheit und Zusammenhalt zu stärken sucht eine gute Führungskraft für jede/n Mitarbeiter*in die passenden und mit Erfüllung verbundene Aufgaben im Gesamtteam, gibt Verantwortung an das Team ab und ermutigt zur offenen und höflichen Kommunikation untereinander.

Des Weiteren fördert sie/er kontinuierliches Erlernen und Verbessern der Hard- sowie von Soft-Skills auf allen Ebenen. Natürlich, Fehler zu machen ist menschlich und Fehler sollen toleriert werden, aber Inkompetenz dürfte nicht konstant unter „jeder macht Fehler“ fallen und dürfte von einer guten Führungsperson nicht ignoriert werden, sondern entsprechend kommentiert und sogar sanktioniert werden, um eine giftfreie und gemütliche Kultur/Atmosphäre zu erhalten.

Was noch wichtig für eine gute Führung aus meiner Sicht ist, ist Transparenz in Bezug auf das Erbringen von Entscheidungen. Eine Offenlegung der Beweggründe bei Entscheidungen sowie das Miteinbeziehen der Mitarbeiter*innen in die Entscheidungsfindung vertieft das Vertrauen in die Richtighandlung der Führung.

Nina Dedic, Product Owner, https://www.linkedin.com/in/ninadedic/

Führung hat viele Synonyme und wird im beruflichen Umfeld von Titeln wie Abteilungsleiter*in, Gruppenleiter*in, Bereichsleiter*in und dergleichen geschmückt. Wie der Begriff im jeweiligen Unternehmen auch sein mag, im Namen steckt schon oft sehr viel drinnen.

Nehmen wir einmal Abteilungsleiter*in. Genau genommen werden hier verschiedene Abteilungen abgeteilt. Und Leiter*in kommt eher von „ich bin die Karriereleiter“ hinaufgegangen worden, habe aber keine Ahnung von Leiten. Also Führen. Vielleicht habt ihr bereits den Jobtitel von Abteilungsleiter*in auf Fachbereichsleiter*in geändert. Wenn ihr eure Einstellung auch überdacht haben, dann gratuliere ich euch.

Ein/e Buchhalter*in denkt anders als eine IT-Fachkraft. Genauso wie ein Mensch aus Indien andere Eigenheiten hat als ein Mensch aus Österreich. Lasst es zu, dass sie sich kennen und verstehen lernen. Lasst es nicht zu, dass die Mitarbeitenden sagen: „Das ist nicht mein Problem“! Menschen, die sich kennen und verstehen arbeiten miteinander.

Die finanzielle Unternehmensführung bedeutet für mich nicht, einmal im Jahr die Kennzahlen aus dem Jahresabschluss zu analysieren. Sondern das Jahresergebnis in kleine Stücke zu zerlegen und jedes Teilergebnis bis zum kleinsten Nenner, sprich Mitarbeiter*in, zu analysieren. Denn jedes Tun des Einzelnen führt zu einem Ergebnis. Und diese vielen kleinen Ergebnisse führen am Ende des Jahres zu einem Jahresergebnis im Jahresabschluss. Darum interagiert mit ihnen, beobachtet sie, kontrolliert sie und fördert und fordert die Mitarbeiter*innen. Analysiert permanent die Ergebnisse und handelt proaktiv um die Ergebnisse zu verbessern.

Damit aus vielen kleinen Ergebnissen ein großer Gewinn wird. Viel Erfolg und die besten Ergebnisse für euch.
Euer Gregor Seebacher.

Gregor Seebacher, Prokurist

Was für mich gute Führung ist: Für mich zeichnet sich gute Führung vor allem dadurch aus, dass eine gute, empathische Feedback-Kultur gefördert wird, die Mitarbeiter*innen und Teams in ihrer Arbeit stärkt. Idealerweise geschieht dies durch die Etablierung einer guten Coaching-Haltung. Als Übung versucht doch mal eine Woche lang nur Fragen zu stellen. Gebt keine Antworten, Tipps oder Hilfestellungen. 😉 Gute Führung heißt deshalb für mich auch, sich und seinen Führungsstil kontinuierlich selbst zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Wer dabei noch gut kommunizieren und motivieren kann, hat meiner Meinung nach alles, was es braucht, um gute Führung zu leben.

Rebecca Rutschmann, Co-Founder und CPO, https://www.linkedin.com/in/rebeccarutschmann/

Nur wer selbst führbar ist, kann selbst gut führen. Gute Führung zeichnet sich für mich durch Loyalität, Offenheit, Humor, Nähe zum Mitarbeiter und feine Antennen für Unausgesprochenes aus. Sie ist in der Lage, Menschen durch Prozesse zu führen unabhängig von deren oder der eigenen Stimmung. Sie versteht es, eine gute Balance zwischen führen und Freiraum schenken zu halten. Sie hat den Weg und das Ziel beständig im Blick und kann auch Mitarbeiter*innen, die sich mal nicht so gut selbst managen können, sicher und wertschätzend im Prozess begleiten.

Sie kann aber auch einen klaren Punkt setzen und ihre Rolle und die damit einhergehenden Befugnisse zweifelsfrei durchzusetzen, wenn nötig.

Eine gute Führungsperson lässt ihren Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Sie bleibt dabei höflich, sachlich und unterstützend. Sie erkennt ihre Mitarbeiter*innen so, wie sie sind. Sie ermutigt konstruktive Kritik, schätzt eine offene Feedbackkultur und bleibt dabei ihrer Position und ihren Werten fraglos treu.

Eine gute Führungskraft erkennt, wann Führung gebraucht und Grenzen erforderlich sind. Sie findet im richtigen Moment die richtigen Worte, sodass sich die Mitarbeiter*innen gesehen und gehört fühlen. Sie schafft eine Atmosphäre des Lernens und ist in der Lage, die Menschen dort abzuholen, wo sie sich mental oder emotional gegenwärtig befinden. Sie interessiert sich für ihre Leute in einem tieferen Sinn und lädt sie dazu ein, mit der Führungskraft zusammen auf eine Reise der Zusammenarbeit mit zu kommen. Sie ist begeistert von ihrer Rolle und weiß geschickt mit Macht und Hierarchievariabilität umzugehen. Sie holt sich laufend ehrlich gemeintes Feedback der Mitarbeiter*innen ab und ist in der Lage eine so gute Vertrauensbasis zu schaffen, dass sich die Mitarbeiter*innen auch (zu)trauen, nicht nur nach dem Mund des/r Chef*in zu reden/reden zu müssen.

Eine gute Führungskraft zeichnet eine gute Portion Humor, Fairness, Loyalität und Freigeist aus. Sie scheut sich nicht davor, Dinge offen und deutlich anzusprechen. Genauso wenig hält sie mit Anerkennung und Lob hinter dem Berg.

Möglicherweise zeichne ich hier ein stark idealisiertes Bild einer guten Führungskraft. Und wahrscheinlich kann sie all diese Attribute gar nicht immer erfüllen. Muss sie auch nicht!

Eine Führungskraft ist am Ende des Tages auch nur ein Mensch. Einer wie wir alle. Einer, der sich seinen Weg durch viele Irrungen und Wirrungen erkämpft und verdient hat.

Patrizia Keyrouz, Fachfrau Betreuung Fachrichtung Beeinträchtigung und Praxisausbilderin in Ausbildung, www.patriziakeyrouz-coaching.com